Lassen sie uns- Arbeitgeber und Gewerkschaften, Unternehmen und Sozialversicherungsträger, Bund und Länder- gemeinsam die Weichen stellen, damit Deutschland die Herausforderungen der sich wandelnden Arbeit als Chance nutzen kann. Eine neue Qualität der Arbeit fordert auch eine neue Qualität der Kooperation. ( Walter Riester 2001, Gründung INQA)

Es ist Zeit mehr zu tun… 

Doppelt so viele Unfälle wie im Durchschnitt, die meisten Ausfälle wegen Krankheit, die längste Arbeitsunfähigkeitsdauer, Spitzenplätze bei Berufskrankheiten wie Lärmschwerhörigkeit, Muskel- und Skeletterkrankungen, Asbestose, die frühesten Renten wegen Erwerbsunfähigkeit, die größten Probleme mit dem demografischen Wandel, das ist die Situation für die Beschäftigten und die Betriebe in der Bauwirtschaft.

Das Schlimmste dabei ist, dass die Zahlen sich nicht verbessern, sondern sich noch verschlechtern. Hier haben alle drunter zu leiden. Finanzielle Belastungen für Arbeitgeber und Sozialkassen. Bei den Arbeitnehmern kommt neben finanzieller Not und sozialer Abstieg noch Schmerz und menschliches Leid hinzu.

Auch die Baubeschäftigten, die oft unter widrigsten Witterungsbedingungen, schwere körperliche Arbeit, auf am weitesten entfernten Arbeitsplätzen, unter hohen Belastungen wie Staub und Lärm unter enormem Zeitdruck erledigen, haben auch ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und menschengerechte Arbeit.

Gesundheitsförderung und Lebenslanges Lernen erreichen diese Gruppe, die es am nötigsten braucht überhaupt nicht.

BGF Expertenkonferenz Bau

Deshalb findet am 12. Dezember eine Expertenkonferenz für die Baubranche statt. Alle Beteiligten sind gebeten nach dem INQA-Motto: Jeder in seiner Verantwortung“ ihren Beitrag vorzustellen, wie diese, in der heutigen Zeit unerträgliche Situation zu verbessern ist.

Die Zeit der Reden ist vorbei, es müssen Taten folgen. Deshalb sollen hier konkrete  gemeinsame Ziele erarbeitet und festgelegt werden, wie BGF auch im Baugewerbe umgesetzt werden kann. Vor allem kommt es auf die Breitenwirkung der Maßnahmen an.

Den INQA-Gedanken auf die Baustelle bringen. Dazu habe ich den Gesundheitsbeauftragten vorgeschlagen. Keine rechtliche Institution, kein neues Gesetz, ein/e ehrenamtliche/r engagierte/r Kollege/in der tagtäglich auf der Baustelle ist und die Belastungen und die Situation der Baustellen und vor allem die seiner Kolleg/innen genau kennt. Diese Person gilt es bestmöglich für diese Aufgabe schulen, zu motivieren und auch zu belohnen.

Die Sozialpartner, Bauarbeitgeber und Baugewerkschaft sollten eine Branchenvereinbarung unterzeichnen um die Ergebnisse möglichst schnell und in der Breite umzusetzen.

Multiplikatorenkonferenz

Am 13.Dezember soll der Gesundheitsbeauftragte einem größerem Publikum aus Unternehmern, Betriebsräten, allen Interessierten, Sicherheitsfachkräften und Sicherheitsbeauftragten vorgestellt werden. Letztere als Zielgruppe diese Aufgabe mit zu übernehmen. Diese Veranstaltung findet in der Festhalle in Heinsberg-Oberbruch statt.

Gleichzeitig wird INQA-Bauen vorgestellt mit schon konkret entwickelten Instrumenten um Arbeitssicherheit, Gesundheit, Organisation und Kommunikation in den Baubetrieben zu verbessern.

Der Mensch, der den Berg versetzte, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen. (Altes chinesisches Sprichwort).

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